Trettmann hat die erstaunlichste Geschichte der jüngeren Popvergangenheit geschrieben: von 0 auf 100 in schlappen drei Jahrzehnten. Mit einem selbstbetitelten Album meldet sich der Leipziger nun zurück im Dienst als Lieblingssänger der Nation. Immer noch DIY. Aber auf einem neuen Level.

Trettmann hat die erstaunlichste Geschichte der jüngeren Popvergangenheit geschrieben. Sie ist oft erzählt worden, meistens als modernes Märchen: Der Junge aus der Platte, der unbeirrt seiner Berufung folgt und nach drei Jahrzehnten des Musikmachens plötzlich zum heißesten Ding im Deutschrap aufsteigt. Er schafft es auf Platz eins der deutschen Singlecharts, spielt die ganz großen Bühnen, gewinnt beim Preis für Popkultur gleich alle drei wichtigsten Kategorien. DIY. Nur mit den Echten. Gegen jede Wahrscheinlichkeit.

An dieser Stelle setzt “Trettmann” ein. In vielerlei Hinsicht ist es ein typisches zweites Album geworden: Die Vorzeichen haben sich geändert, aber der Modus ist derselbe geblieben. Wieder hat sich Trettmann mit seinem Produzententeam KitschKrieg im Studio in Berlin-Kreuzberg verschanzt, um Leben in Lieder zu verwandeln. Wieder war der Anspruch maximaler Minimalismus. Jedes Wort malt ein Bild, jeder Beat ballert, reduziert auf die Essenz: Bass und Drums und Liebe. Ein Team, elf Songs, ein Film.

“Trettmann” macht Trettmann endgültig zu einem der großen Songwriter, Entertainer, Charaktere dieses Landes. Jan Delay, Peter Fox, Udo Lindenberg – er ist einer von ihnen. Ein einzigartiger Sänger. Ein Raver im Herzen, für den das Anderssein nicht Trotz, sondern Mission ist. Und eine Erinnerung an uns alle, dass am Ende doch die Guten gewinnen. Man muss sich nur einlassen auf den Marathon, den dieses verdammte Leben nun mal ist.


13.09.2019 | Album | „Trettmann“

TOUR 2019
27.11. Hamburg / Docks
28.11. Münster / Skaters Palace
30.11. Offenbach / Stadthalle
01.12. Luxemburg / Atelier
02.12. Oberhausen / Turbinenhalle
04.12. Köln / Palladium
05.12. Erlangen / Heinrich-Lades-Halle
06.12. Erfurt / Thüringenhalle
08.12. Wien / Gasometer
09.12. Linz / Posthof
10.12. München / Tonhalle
12.12. Basel / Kaserne
13.12. Zürich / X-Tra
15.12. Stuttgart / LKA-Longhorn
16.12. Dresden / Alter Schlachthof
17.12. Leipzig / Haus Auensee
18.12. Berlin / Columbiahalle