THE PRODIGY bringen den Himmel zum Glühen

Die moderne Popkultur ist eine Touristenfalle. Sie verführt uns, den leichten Weg zu gehen, das sicher Erkennbare zu feiern und sich in den endlosen Strömen von homogenisiertem Massen-Markt-Brei zu schlängeln. The Prodigy haben niemals die gemütliche Touristenroute genommen. Seit ihrer Gründung in den Rave-Tagen der letzten wirklich oppositionellen Subkultur Großbritanniens haben sie das Offensichtliche gemieden und sind den weniger beschrittenen Weg gegangen. Es ging nie um schale Aufgüsse ihrer größten Hits, noch um Neustarts. Jede Entscheidung in der Bandgeschichte war eine von entschiedener Unabhängigkeit.

The Prodigy ist sicherlich eine der kulturell bedeutendsten Bands der letzten dreißig Jahre. Hauptdarsteller Liam Howlett und die Sänger Maxim und Keef Flint haben mit legendären Tracks wie Charly, Out of Space, Firestarter, Smack My Bitch Up, Omen und The Day is My Enemy den Soundtrack für unzählige Nächte geliefert. Ihre Alben haben es in die obersten Ränge der Charts auf dem ganzen Planeten geschafft.

‚No Tourists‘ ist das siebte Studioalbum der Band. Eine 10-Tracks umfassende Attacke, die uns „Wir sind The Prodigy, Champions von London“ entgegenschreit, geschmiedet aus Sounds, die sie zu dem machen, was The Prodigy ausmacht: Die Kakophonie des Chaos, die Struktur, die B-Linien zerstört, die sinnlichen Angriffsschläge – die Grundlagen des Prodigy-Sounds. Es ist ein Album mit verzerrter und brutaler Produktion, bei der Liam Howlett die Erwartungen wieder einmal auf den Kopf stellt. Seit dem ersten Punch – der ersten Single „Need Some 1“ – nimmt ‚No Tourists‘ den Hörer mit auf eine Reise durch die verdrehte Party-hart-Psyche einer Band, die seit dem ersten Tag ihrem eigenen Weg durch den Underground der Popkultur folgt. Es ist jeder Zentimeter ein Prodigy-Album und es ist ihre bisher direkteste, prägnanteste und eindeutigste Aussage.


02.11.2018 | Album | „No Tourists“