Wenn man dem Wort „Wandlungsfähigkeit“ ein Gesicht geben würde, dann blickt man mit hoher Wahrscheinlichkeit in die dunklen Augen von Helen Schneider.


Kaum einer Künstlerin gelingt es mit solch spielerischer Leichtigkeit, sich immer wieder aufs Neue zu präsentieren. Sei es auf der Bühne, in einer der großen Musicalrollen oder am Mikrophon, wenn sie Ihrer Stimme jede auch nur denkbare Nuance entlockt. Und auch als Privatperson hat sie sich jeder Veränderung mit Bravour gestellt, sowohl den Höhen als auch den Tiefen, die sie in ihren nunmehr 63 Jahren erlebte. Sie hat beherzt zugegriffen, wenn sich ihr eine Chance bot und sich auch ohne zu zögern den schwierigen Situationen gestellt, wenn es um den Verlust eines geliebten Menschen ging. Dieser Mut, ihr Leben immer wieder neu auszurichten, begründet wohl am besten ihre Fähigkeit der Wandlung.

Bei ihrem letzten Album „Collective Memory“, welches im September 2015 erschien, packte sie die Erfahrungen ihres Lebensalters in 12 wunderbare Songs. Mit ihrem neuen Album „Movin’ On“ (VÖ 19.05.17), geht sie nun ihren Weg weiter. Die 10 Songs handeln vom Aufbruch und der Weiterführung des Lebens, wenn man die Trauer überwunden hat. Gemeinsam mit ihrem Gitarrist Jo Ambros und ihrer Freundin und Kollegin Linda Uruburu, entstanden die Tracks für ihr mittlerweile 17. Album, denen man ihre positive Lebenseinstellung sofort anhört. Während Jo sich um die musikalische Umsetzung der Songs kümmerte, übernahm Linda mit viel Liebe zum Detail die textliche Ausrichtung von „Movin’ On“.

Der erste Song „Slippery Slope“ besticht mit reduzierter Instrumentierung und der Gitarrenbegleitung von Jo, in dem Helen Schneider mit einer immens facettenreichen Stimme im Vordergrund steht. Gefühlvoll präsentiert sie auf „Haze“, all die Möglichkeiten denen man begegnet und die man für sich entscheiden kann. Mit dezenter und doch treibender Beatbestimmung übernimmt die Percussion bei „Look at how she flies“ die Führung des Songs, dessen Lyrics die Lebensbejahung unterstreicht. Balladesk wird es in „Follow my heart“ während in „Satisfaction“ auch mal die elektrischen Gitarren zum Einsatz kommen und hin und wieder rockigere Töne angeschlagen werden. Die Single „Break the chains“ ist der erste Vorgeschmack auf das neue Album und macht mit treibenden Gitarren Lust auf mehr.

Mit „Movin’ On“ legt Helen Schneider ein Album vor, in dem man sich wiederfinden kann, um dem Soundtrack des Lebens nachzuspüren. Aber auch eins, bei dem sie Wegbegleiterin ist und indem sie mit ihrer sensiblen und feinfühligen Intonation ihre Positivität weitergibt.

VÖ:
19.05.2017 | Album | Moving On