Mit ihrer ersten Soloplatte zog Judith Holofernes 2014 erstmalig ohne ihre Mitstreiter von „Wir sind Helden“ in die Welt hinaus, „ein leichtes Schwert“ schwingend.

Judith Holofernes - Ich bin das Chaos - Album CoverE

Der Nachfolger „Ich bin das Chaos“ schließt in seiner Spielfreude klar an das „zerzauste Debut“ an, mit wilden Einflüssen zwischen Breeders, Cramps, Nick Cave, dem frühen Bowie, Marvin Gaye und Cyndi Lauper. Große Melodiebögen, schmelzende Chöre, Streicher und Bläser, die mit synthetischen Flöten duettieren müssen, irrwitzig groovige Textergüsse und sperrige Gitarren – „Ich bin das Chaos“ bewegt sich rasant zwischen sehr unterhaltsam und sehr traurig. Überraschend ist das selbstbewußte Bekenntnis zu „so etwas wie Glanz. Und Tiefe. Und Schönheit! Die Songs wollten das so,“ sagt Holofernes.

Eine Handvoll melancholischer Stücke bilden das dunkle Herz einer ansonsten hellen, zugewandten, offenherzigen Platte. Sie sähe das Album in „hellen Farben, die vor dunklem Hintergrund erst richtig leuchten,“ sagt Holofernes. Und leuchten tut es, dieses Chaos. Vor allem aber wir, die Chaoten, erstrahlen sanft unter dem warmen, empathischen Blick von Oberchaotin Holofernes. „Wir sind doch Alle verliebt ins Chaos, mit mehr oder weniger Sicherheitsabstand. Natürlich fürchten wir es auch, und wehren uns. Das ganze Leiden und Feilschen, all die ungeschickten Versuche, das Chaos zu beherrschen – das rührt mich, und gleichzeitig finde ich es wahnsinnig komisch.“

Die Idee des Chaos durchzieht die elf Songs als deutlicher roter Faden: „Ich empfinde das Album beinahe wie ein kleines Musical, in dem alle Protagonisten die gleiche Welt bewohnen und auf unterschiedliche Weise mit ihr hadern.“ Produziert hat erstmals Pola Roy, Holofernes´ Ehemann und Heldendrummer. „Es war toll für uns, in neuen Rollen zusammen zu arbeiten. Ich kommuniziere oft über Bilder, da ist es viel Wert, dass Pola nicht nur meinen Plattenschrank teilt, sondern auch seit 14 Jahren mit mir zusammen exzessiv Filme und Serien guckt.“

VÖ:
17.03.17 | Album | „Ich bin das Chaos“

www.judith-holofernes.de/